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I n s e l.  a t m e n.  Mai.

 

 

atme Insel atme 

runden um den frühling

drehen am mittelmeer

sand wird gebracht

ein strand entsteht durch menschenhand

stell dir vor!

der winter trägt ihn nicht

schluck für schluck vom meer getrunken

how do you mean ein vom winter

verschluckter stand?

getrunken und dann überall

die blüten, die atemlos

und explodierend in den äther

strömen, ein duft aus lauter

Einzelteilen, pollig, satt und

dicht.

dieser verkehr in der luft

surren zischen swirren hummeln

fliegen in meine wangen und bienen 

fallen vom Himmel, die beine schwer

von blütenstaub

kein rotlicht weit und breit doch

grün wohin das auge schaut, als wären

wir in costa rica, ein atmender teppich

hell grün dunkel petrol

graublau der eukalyptus pudrig

die oberflächen legen

sich leise nieder über

allem der goldene flimmer

des lichtes, der duft der erde bodenlos

unter mir

zum glück wird der fahrradfahrer

getragen, nicht plötzlich verschluckt

von aufklaffenden löchern wer weiss

schon was unter unseren müssen ist

wenn der frühling explodiert ich will

mir das nicht konkret vorstellen nur

atmen insel atme bis wir

nicht mehr zu trennen sind