© 2016 Dolores Linggi | Web stehaltiner.ch

P r i o r i t ä t e n

Ich schreckte heute zweimal aus dem Traum,

das Schattenkind noch im Arm, lief ich zum

Spiegel, um mein Gesicht zu sehen. Es war,

als gäbe es dich nicht: dein Erscheinen im

Traum hat mich nicht gezeichnet.

 

In irgendeiner physischen Stunde sind wir 

uns begegnet, ahnungslos ob der Prognose 

des Schicksals, taumelnd in der Lust und -

am Leben!

Die bellenden Hunde erreichen mein Ohr,

als meine Hand tastend, im Dunkel,

den Weg zurück sucht, heimwärts.

 

Während ich den Nachtfalter erschrecke,

bestürzt mich die Erinnerung: 

wie du damals, mit nackten Füssen, 

gegangen bist, 

alles verlassend, mich zuerst, 

der Prioritäten wegen.